Einfach keinen Bock?

Nö_danke

Warum geht man ins Museum? Interesse am Thema einer Ausstellung, am spezifischen Angebot des Museums oder an Kultur generell werden die häufigsten Antwort sein. Das sind jedoch nur etwa 10 % der Bevölkerung in Deutschland. Aber warum geht man nicht ins Museum oder eine andere Kultureinrichtung? Und dazu zählt nicht, dass man es sich zwar vorgenommen hat, eine bestimmte Ausstellung anzuschauen und es dann schlichtweg nicht geschafft hat, sondern das aktive Fernbleiben.

Sind Bildungsferne, hohe Eintrittspreise oder einfach kein Interesse die einzigen Gründe? Der Beitrag auf www.zukunft-museum.de geht dem nach und versucht Lösungsansätze aufzuzeigen. Ein Vorschlag sieht vor, Menschen zur Teilnahme zu animieren, indem man Inhalte mit Bezug zu deren Lebensrealität wählt. Doch ist das für viele Einrichtungen überhaupt umsetzbar? In Zeiten immer größerer Sonderausstellungen müssen bekannte Namen oder spannende Themen die Massen locken. Für Input, um diverse andere Zielgruppen zu locken, ist da meist kein Raum und auch kein Wille. Und wie wählt man die zu ködernde Gruppe aus? Orientiert man sich an lokalen Begebenheiten? Am Thema, das Möglichkeiten zur Vertiefung bietet?

Ein Satz stößt mir etwas auf: „Es lässt sich wohl darüber streiten, ob sich Besuchende in einer Kultureinrichtung wohl und unterhalten fühlen müssen.“ Unterhaltung kann auf vielfältige Weise geschehen. Es muss kein durchgestyltes Event geboten werden, Unterhaltung beginnt beim Neugierigmachen und besonders beim Wohlfühlen. Wenn ich mich nicht wohl fühle, gehe ich kein zweites Mal hin. Begrüßt mich aber das Kassen- oder Aufsichtspersonal freundlich und hilft mir zu wissen, was mit meiner Jacke und meiner Tasche passieren muss, fühle ich mich schon mal zumindest angenommen.

Vielleicht muss es im ersten Schritt noch nicht das große Ganze betreffen, sondern man beginnt eine Atmosphäre zu schaffen, die Ressentiments abbaut und auch zu einem zweiten Besuch verleitet.

Was haltet Ihr von diesem Beitrag? Gibt es an Eurer Einrichtung Konzepte zur Besuchergewinnung?

Wir sind gespannt auf Eure Beiträge.
Eure Viktoria und Carolyn

Foto: Carolyn Stritzelberger

 

 

 

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Ein Gedanke zu „Einfach keinen Bock?

  1. Eine gute und gleichzeitig schwierige Frage. Jedenfalls sollte man das bisherige Kernpublikum nicht durch plötzliche Übermodernisierung vertreiben und trotzdem nicht im Traum von einem elitären Musentempel festhängen. Oft sind es die kleinen Dinge, die den „Zugang“ im wörtlichen Sinne versperren. Ende 2016 war ich zu einem Vorstellungsgespräch in einem sehr schönen Ort in Thüringen. Die schöne historistische, an barocke Formen angelehnte Treppe vor dem Museum der Begierde konnte ich jedoch nicht ohne den Briefträger erklimmen, der zu meinem Glück gerade auch hinein wollte. Auf meine Nachfrage im Inneren erfuhr ich, dass es außer diesem Zugang nur eine weitere Treppe mit Handlauf an der Rückseite des Gebäudes gab. Menschen im Rollstuhl haben nicht einmal die Chance überhaupt in das Erdgeschoss zu kommen, geschweige denn in den ersten Stock. Der laute Schlachtruf nach Inklusion scheitert oft schon an der Barrierefreiheit im rein physischen Sinne.

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